Leistungsverzeichnis Positionen mit KI generieren
Das Leistungsverzeichnis ist das Herzstück jeder Ausschreibung. Wer schon mal ein LV von Grund auf aufgebaut hat, weiß, wie viel Arbeit in jeder einzelnen Position steckt: Gewerk zuordnen, Menge abschätzen, Einheit definieren, Leistungstext formulieren, Einheitspreise abfragen. Dazu kommt der Druck, nichts zu vergessen. Eine fehlende Position bedeutet entweder einen Nachtrag später oder Stress bei der Vergabe. Im Baualltag passiert genau das regelmäßig.
Warum das manuelle Aufstellen von LV-Positionen Zeit frisst und Fehler produziert
Bauprojekte haben eine Eigenheit: Kein Vorhaben gleicht dem anderen. Ein Einfamilienhaus mit Keller, eine Gewerbehalle im Bestand, ein Schulneubau mit Sonderanforderungen. Jedes Mal muss das Leistungsverzeichnis neu aufgebaut werden. In der Praxis greifen viele Planer und Bauleiter auf alte LVs zurück, kopieren Positionen, passen Texte an. Das klingt effizient, ist es aber nicht immer.
Beim Kopieren schleichen sich Fehler ein: Maßeinheiten passen nicht mehr zum neuen Projekt, Beschreibungen treffen nicht den aktuellen Leistungsumfang, relevante Nebenleistungen fehlen komplett. Wer das LV dann zur Ausschreibung freigibt, schickt im schlechtesten Fall eine fehlerhafte Grundlage an die Bieter. Das Ergebnis: Rückfragen, nicht vergleichbare Angebote, Nachträge in der Ausführungsphase.
Ein weiteres Problem ist die Tiefe der Beschreibungen. Kurze, unpräzise Positionstexte lassen Spielraum für Interpretationen. Bieter kalkulieren unterschiedlich. Ein Bieter berücksichtigt die Entsorgung, der andere nicht. Einer rechnet mit Grundputz, der andere nur mit dem Oberputz. Was wie ein Angebotsvergleich aussieht, ist in Wirklichkeit ein Vergleich von Äpfeln und Orangen.
Für Auftragnehmer, die selbst Angebote auf Basis von LVs kalkulieren, ist die Situation spiegelverkehrt: Lückenhaft beschriebene Positionen machen eine seriöse Kalkulation schwer. Wer zu günstig ansetzt, verliert Marge. Wer zu viel einrechnet, verliert den Auftrag. Beide Seiten zahlen den Preis mangelhafter LV-Qualität.
Mehr dazu, wie du Bau-Ausschreibungen mit KI strukturiert verstehst und aufbereitest, zeigt ein eigener Artikel.
Wie BauGPT vollständige LV-Positionen aus Projektbeschreibungen generiert
BauGPT kann dir beim Aufbau eines Leistungsverzeichnisses praktisch helfen. Der Ansatz ist einfach: Du beschreibst dein Projekt, das Gewerk und den Leistungsumfang in eigenen Worten, BauGPT schlägt daraus strukturierte LV-Positionen vor.
Der Ablauf in der Praxis sieht so aus:
Du öffnest BauGPT und beschreibst das Vorhaben knapp. Zum Beispiel: "Neubau Wohnhaus, Erdgeschoss und Obergeschoss, Verputzarbeiten Innen, ca. 400 qm Wandfläche, mineralischer Kalkputz, Altbau teilweise vorzubereiten." BauGPT liest diese Beschreibung und schlägt dir eine Reihe von LV-Positionen vor. Jede Position enthält einen Positionstext, eine Einheit (m2, m, Stk, Psch) und Hinweise auf typische Nebenleistungen.
Das spart Zeit, weil du nicht jede Position neu formulieren musst. Du bekommst einen vollständigen Entwurf, den du in deinem Ausschreibungstool oder direkt im LV-Programm weiterbarbeitest. Was passt, übernimmst du. Was nicht passt, änderst du. Was fehlt, ergänzt du.
Der entscheidende Unterschied zu einer einfachen Textsuche oder einem GAEB-Template: BauGPT kann Querverbindungen herstellen. Wenn du Trockenbauarbeiten ausschreibst, erinnert die KI dich automatisch an Vorarbeiten wie Untergrundprüfung, Stoffe wie Brandschutzplatten bei bestimmten Anforderungen oder Nebenleistungen wie Schnittstellen zu anderen Gewerken. Das reduziert das Risiko, wesentliche Leistungen zu vergessen.
Du kannst den Prozess auch iterativ nutzen. Erste Position beschreiben lassen, prüfen, anpassen, nächste Gewerk-Gruppe angehen. Für größere Projekte mit vielen Gewerken kannst du gewerk- oder abschnittsweise vorgehen und so ein vollständiges LV systematisch aufbauen, ohne das Gesamtprojekt auf einmal beschreiben zu müssen.
Die generierten Texte folgen außerdem einer klaren Struktur: Hauptleistung zuerst, Nebenleistungen danach, Abgrenzungen wo nötig. Das verbessert die Vergleichbarkeit der eingehenden Angebote, weil alle Bieter dieselbe Textbasis sehen.
Für Planer und Bauleiter, die bereits mit GAEB arbeiten, lassen sich die vorgeschlagenen Positionen exportieren oder als Vorlage nutzen. Mehr dazu, wie du Baustellenprotokolle mit KI aus Notizen strukturierst, zeigt ein weiterer Artikel, der auch die generelle Arbeitsweise mit BauGPT erklärt.
Fazit
Das manuelle Aufstellen jeder LV-Position kostet Zeit und ist fehleranfällig, besonders wenn Positionen aus alten Vorlagen übernommen und angepasst werden. BauGPT hilft dir, aus einer einfachen Projektbeschreibung vollständige, strukturierte LV-Positionen zu generieren. Du behältst die Kontrolle über das Ergebnis, sparst aber erheblich Zeit beim Aufbau des Entwurfs. Für alle, die regelmäßig Ausschreibungen vorbereiten oder Angebote kalkulieren, ist das eine konkrete Arbeitserleichterung ohne großen Einrichtungsaufwand.
Wie die VOB-Abnahme mit einer vollständigen Checkliste reibungsloser läuft, zeigt ein weiterer Artikel für Bauleiter, die nichts vergessen wollen.